Tschigot

Start: Prkplatz Tablanderstraße unter Nasreith (1400m)

Ziel: Tschigot (2998m)

Wegbeschreibung (kurz): Parkplatz Tablanderstraße - Nasreithütte - Gingglalm - Zielalm - Lodner Hütte - Tablander Seen - Halsljoch - Tschigot

Es herrscht schlechtes Wetter an einem Sonntagmorgen im September. Ausschlafen und das Wochenende ausklingen lassen - oder doch nicht? Vielleicht geht sich doch etwas aus? Der Wetterbericht verspricht ein Fenster von Mittag bis Spätnachmittag. Vorher regnet es und nachher auch, aber es sind keine Gewitter vorhergesagt und da es bereits abgekühlt hat, ist Blitzschlag kein Problem. Es ist bereits später Vormittag, also die Bergschueh eingepackt und los geht's. Ich bin allein unterwegs, da das Wetter die meisten Leute verschreckt. Mit dem Auto geht es über Partschins bis an den Parkplatz in der Kehre der Tablanderstraße, gleich hinter der Brücke auf ungefähr 1400m. Von hier erreicht man in ein paar Minuten die Nasreithütte. Oh, es ist Schafabtrieb - mit Müh und Not finde ich einen Parkplatz. Es ist ziemlich viel los auf dem Weg zur Nasreithütte treffe ich auf viele Familien. Nach einer viertel Stunde bin ich an der Nasreithütte (1520m) vorbei und der Trubel lässt nach. Es beginnt leicht zu regnen. Wenig später, an der Gingglalm (1950m) regnet es ganz ordentlich. Wo ist das Fenster? Den Wetterbericht auf die Stunde genau zu nehmen klappt wohl doch nicht. Wer hätte das gedacht? ;) An der Zeilalm (2200m) lässt der Regen endlich nach, ich bin aber trotzdem bereits bis auf mein Shirt nass. Ich kontrolliere kurz wie es meinen Sachen im Rucksack ergeht - alles trocken, ich kan also weitergehen. Wenig später an der Lodner Hütte (2259m) hört es auf zu regnen. Die nasse Jacke kommt auf den Rucksack zum trocknen, das nasse Shirt muss wohl mein Körper trocknen - es gibt keinen Wind und wenn es am Gipfel Wind gibt brauche ich das trockene Shirt dort. Weiter gehts, man kommt sich ziemlich blöd vor, da der Weg an der Lodner Hütte kehrt macht und auf der anderen Bachseite wieder talauswärts führt. Im Prinzip könnte man gretrost von der Zielalm den Bach überqueren und durch wegloses Gelände aufsteigen, um sich einige Wegmeter zu ersparen. Über Grashänge geht es nun immer nach Osten bis man auf einer Höhe von 2650m die Tablander Seen erreicht. Wolken und Nebel lassen die Landschaft schroff und abweisend wirken - schön. Noch dazu ist niemand zu sehen und nichts zu hören. Meine Gedanken kreisen um den Gipfelanstieg - gibt es Schnee? Es hat vor einigen Tagen bereits bis auf 1500m geschneit. Oder ist der Fels nass? - Der Weg führt nun an den Tablander Seen vorbei einen steilen Schotterhang entlang bis auf das Halsljoch (2808m).

Grat des Tschigot Blick vom Halsljoch auf den Grat des Tschigot

Tablander Seen Blick vom Halsljoch auf die Tablander Seen

Hier befindet sich eine Weggabelung an der sich 5 Wege treffen, zur Lodner Hütte, zur Lazinser Rötelspitze, zur Andelsalm, zur Milchseescharte und zum Tschigot. Ich schlage den Weg nach Ost-Süd-Ost ein, der gleich nach dem Joch felsiger und steiler wird. Seit dem Joch weht eine leichte Brise, die den Fels bereits etwas aufgetrocknet hat. An bestimmten Stellen ist er jedoch noch feucht und zwingt zur Vorsicht an den ausgesetzten Stellen. Kurz nach dem Joch lasse ich die Stöcke zurück und komme bald darauf auf eine Erhöhung von der aus man durch einen Kamin in leichter Kletterei einige Meter abwärts steigt. Anschließend führt der Weg einen Geröllhang entlang unter den Gipfelaufbau des Tschigot.

Gipfelaufbau Tschigot Der Gipfelaufbau des Tschigot

Nun geht es in leichter Blockkletterei aufwärts zum Gipfelkreuz auf 2998m. Es ist 15 Uhr, der Ansteig vom Parkplatz aus hat ca. 3,5h gedauert. Shirt und Jacke sind jetzt auch dank der leichten Brise wieder trocken.

Tschigot Das Gipfelkreuz am Tschigot

Bereits nach kurzer Rast begebe ich mich auf den Abstieg, da das Wetter wieder schlechter zu werden scheint und es aufgrund des Nebels eh nix zu sehen gibt. Kurz vor der Lodner Hütte fängt es wieder leicht an zu regnen. Nach ca. 2h komme ich erneut etwas durchnässt aber sehr zufrieden und entspannt am Auto an. Der Tschigot ist immer wieder eine Wanderung wert, die Aussicht bei schönem Wetter ist allerdings doch etwas besser. ;)